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2018.07.26 Update

Stellungnahme zum Stoppen der Vollstreckung von Todesurteilen und zur Abschaffung der Todesstrafe

Nach der Vollstreckung von sieben Todesstrafen am 6. Juli, wurden am 26. Juli sechs weitere zum Tode verurteilte Häftlinge hingerichtet.
Ich möchte erneut mein tiefstes Bedauern über den Tod derjenigen ausdrücken, die durch die Verbrechen der Ōmu Shinrikyō-Sekte ums Leben gekommen sind. Mir fehlen die Worte bei dem Gedanken an die Trauer der Hinterbliebenen und der Geschädigten und an die seelischen Schmerzen, die sie erleiden müssen.
Wir haben Stimmen aus verschiedenen Kreisen erhalten, die ihren Unmut über meine vorhergegangene Stellungnahme zur Abschaffung der Todesstrafe zum Ausdruck gebracht haben. Diese Stellungnahme habe ich aus Sorge darüber verfasst, dass man diesen Fall abschließt, obwohl die Wahrheit noch im Unklaren ist und die entscheidenden Fragen noch nicht beantwortet sind. Trotzdem wurden innerhalb eines Monats zweimal mehrere Verurteilte hingerichtet und ich zweifle an der Notwendigkeit die Todesurteile in solch einer Eile zu vollstrecken.
Auf der anderen Seite, wenn ich an die jungen Menschen denke, die dem Sektenführer unkritisch folgten, dann merke ich, dass wir nicht genügend Antworten auf die Sorgen und Leiden der Menschen unserer heutigen Gesellschaft gegeben haben. Ich möchte ein weiteres mal meine Verantwortung als Buddhist hinterfragen und die Fragen die dieser Fall aufgeworfen hat ernsthaft durchleuchten.
Wir, die buddhistische Schule Shinshū Ōtani-ha, haben, auf Basis der Lehre, dass Amida Buddha gelobt hat sämtliche Menschen zu retten, die Gesellschaft dazu aufgerufen von der Todesstrafe abzulassen und über das gegenwärtige System zu diskutieren.Die Hinrichtung von verurteilten Verbrechern trägt nichts dazu bei der dunklen Seite der Menschheit zu begegnen. Es ist nichts anderes als ein Versuch das Problem durch Ausgrenzung zu lösen. Das kann jedoch sicherlich nicht die wahre Lösung sein. Die Todesstrafe verhindert, dass der Verbrecher sich seiner Tat stellt und Wiedergutmachung leistet.
Außerdem weist unsere Gesellschaft damit die Verantwortung von sich dem Verbrecher zu helfen wieder auf den richtigen Weg zu kommen und schadet sich damit selbst.
Wir möchten an dieser Stelle unser Bedauern über die Vollstreckung der Todesurteile und unsere gleichzeitige Forderung zur Abschaffung der Todesstrafe zum Ausdruck bringen.
Wir hoffen, dass sich der Diskurs über die Todesstrafe ausweitet und die Initiativen zu deren Abschaffung weiterhin voranschreiten.


26 Juli 2018
Shinshū Ōtani-ha Leiter des Tempelbüros
Hiroshi Tajima

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